Didaktisches Coaching
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Seminar Unterrichtskommunikation

Sommersemester 2000

 

Thema: Die Rolle der sprachlichen Kommunikation im Mathematikunterricht

 

Fallbeispiel: Einführung in die Flächenberechung (Geometrie), 5. Schuljahr; Quelle: Videoaufzeichnung Institut für Didaktik der Mathematik (IDM) der Universität Bielefeld 

 

Kontext: Hinführung zu einem ersten Verständnis des geometrischen Flächenbegriffs; Einführung der geometrischen Berechnung der Größe von Flächen

 

Situation: Zunächst, zu Beginn der Stunde ein Sammeln von Beispielen für Flächen; dann dies:

 

L:        lassen wir es mal dabei

ähm

wir wollen uns zuerst mit einer

ähm geometrischen Fläche beschäftigen

sieht ungefähr so aus

(zeichnet an der Tafel)

S:        mhm 

S:        hat vier gleiche Seiten

S:        komisch

L:        ja

also was ist das Besondere am Quadrat?

S:        wo auf allen beiden Seiten gleiche Fläche ist

also vorne und hinten

S:        ähm

S:        nein

L:        also

wenn man en Blatt umdreht

meinste

es is genau so ne Fläche

ja?

(kurze Pause)

das is net das Besondere am Quadrat           

bitte?

S:        alle Seiten sind gleich lang

S:        das (zeigt auf ein DIN-A4-Blatt)

is kein Quadrat

L:        also

diese Seite (zeigt auf seine Tafelskizze)

ist gleich der

gleich der

gleich der

S:        (zeigt auf die Tafelskizze des Lehrers)

is kein Quadrat

S:        genau

L:        is ne Zeichnung

ähm

wenn jetzt die einzelnen Seiten ein Zentimeter lang sind

(hält inne)

S:        en Zentimeter bleibt en Zentimeter

L:        (weist wieder auf seine Tafelskizze)

sagen wir

das war jetzt jeweils ein Zentimeter

kann mir jemand sagen

wie groß die Fläche hier wäre?

S:        vier Zentimeter

S:        viere

L:        der um-

der Umfang wäre vier Zentimeter

nämlich ein Zentimeter und ein Zentimeter und ein Zentimeter

und noch einer

aber die Fläche?

(Pause)

ja bitte?

S:        vier Quadratzentimeter

L:        nein

S:        ...

 

Die Aufgabe im Seminar: Analyse und Interpretation des unterrichtlichen Prozesses und des didaktischen Konzepts mit Bezug auf eine Videoanalyse; insbesondere: der hier verschrifteten Unterrichtssequenz:

 

(1) Was geschieht hier? Beschreibung des Unterrichtsgeschehens

(2) Wie strukturiert der Lehrer das Geschehen? Kritische Phasen der Unterrichtskommunikation

(3) Welches Konzept der Problemdarstellung und der Problemlösung schwebt ihm vor? Konzept des Lehrens und des Lernens

(4) Welches fachdidaktische Problemverständnis lässt sich aus seiner Strukturierung des Unterrichtsgeschehens erschließen? Aktualität und Plausibilität des erkennbaren Unterrichtskonzepts

(5) Wie würden Schülerinnen und Schüler den Verlauf und das Ergebnis der Unterrichtsstunde im Nachhinein beschreiben und beurteilen wollen? Unterrichtspraxis und Unterrichtskonzept in der Perspektive der Lernenden

 

Und die Beratungsaspekte:

 

(1) Konkrete Intention der Unterrichtsgestaltung? Ziel, Inhalt, Methode, Adressat der Unterrichtseinheit?

(2) Unterrichtsmethodisches, fachdidaktisches, fach- und lernwissenschaftliches Konzept der Einführung in die Flächenberechnung?

(3) Analyse und Interpretation des unterrichtlichen Handelns in einer Beobachterperspektive?

(4) Konkrete Alternativen der Strukturierung des Unterrichtsprozesses an kritischen Stellen in der Retrospektive des Unterrichtenden?

(5) Konstruktion eines alternativen Unterrichtskonzept, prospektiv gesehen?

(6) Simulation von konstruktiveren didaktischen Interventionen an den Bruchstellen des Unterrichtsgeschehens?

(7) Entwicklung und Erprobung der Einstiegsphase eines anderen Unterrichtsversuchs

 

Beratungsgespräche