Didaktisches Coaching
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Die Situationen des Didaktischen Coachings

... haben mit der Qualität des Unterrichtens und der Qualifikation des Unterrichtenden zu tun. Also mit dem, was ein Kerncurriculum der Lehrerbildung vermittelt hat. (Oder vermittelt haben sollte.) Was sind, was wären die Kernkompetenzen?

Das Kerncurriculum der Aus-, Fort- und Weiterbildung an Schulen Unterrichtender stellt auf die Professionalisierung des pragmatischen, des methodischen, des (fach)didaktischen und des theoretischen Könnens und Wissens ab. Pragmatisch kompetent arbeitet, wer sein unterrichtliches Tun intelligent und kreativ zu gestalten, zu durchdenken und zu planen vermag. Methodisch kompetent handelt und denkt, wer die Schritte und Wege seines unterrichtlichen Tuns durchdenken und begründen kann. Fachdidaktisch kompetent denkt und handelt, wer gekonnt über wissenschaftliche Konzepte und Modelle der Aneignung und Förderung fachlichen (und Fächer übergreifenden) Wissens verfügt. Und theoretische Kompetenz hat, wer die wissenschaftlichen Inhalte, die Gegenstände seiner beruflichen Profession kennt, versteht und verständlich machen kann.

Die Vermittlung und Aneignung der Kernkompetenzen, der wesentlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, professionellen didaktischen Handelns muss empirisch überprüfbar sein. Es muss also geeignete Kriterien und Indikatoren der Professionalität geben. Und die gibt es auch, weniger vielleicht als ausbuchstabierte, als ausdrücklich fixierte und kanonisierte kerncurriculare Standards. (So sehr sie auch vor allem im Rahmen einer weiteren Reform der Lehrerausbildung erforderlich sind.) Sondern eher als so etwas wie ein intuitives, ein implizites Arbeitswissen – jenes selbstverständliche Wissen praktisches didaktischer Kunstfertigkeit, das über eine längere berufspraktische Tätigkeit angeeignet worden ist und weitergegeben wird.

Wohl ähnlich dem Expertenwissen, das sich Ärztinnen und Ärzte im Laufe ihrer professionellen Entwicklung nach und nach angeeignet haben. In der Regel nach dem, und manchmal auch: trotz des Studiums. (So ähnlich wie etwa viele Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen.) Ob der zur Routine werdende Umgang mit diesem mehr oder weniger selbstverständlichen Professionswissen den Ansprüchen und Anforderungen des Lehrens und Unterrichtens in einer verwissenschaftlichten Welt angemessen ist, ist selbstverständlich die Frage.

Wer nicht schon beim Studium eines der Lehrämter die Erfahrung hat machen können, wer nicht schon dort gezeigt bekommen hat, mit welchen Konzepten der Aneignung von fachlichem Wissen und mit welchen Theorien wissenschaftlichen Wissens bei der Vermittlung von Wissen vernünftig gearbeitet werden kann, der dürfte sich danach zunächst schwer tun, sein unterrichtliches Können und Wissen (weiter) zu entwickeln. Auf das Wie des Erwerbs, der Aneignung didaktischer Kompetenzen und Qualifikationen kommt es also sehr an. Und das selbstverständlich auch beim Coaching.

Beispiele? Ein Kind eignet sich die Schrift an, eines der elementaren Denk- und Verständigungswerkzeuge. Wie nehmen Sie diesen Prozess der Aneignung dieser Kulturtechnik wahr, wie begleiten und wie fördern Sie ihn? Und inwieweit finden Sie sich dabei für kompetent? - Oder: Sie behandeln Kleist in der gymnasialen Oberstufe (wieso denn eigentlich nur da?): Haben Sie schon während des Studiums Ihres Lehramts gelernt, typische Unterrichtssituationen literarischer Interpretation zu beobachten, zu beschreiben und zu beurteilen? Wenn Sie die Chance schon hatten, dann werden Sie wahrscheinlich einen anderen Blick dafür haben, was die Praxis, die Methodik und die Theorie der Interpretation für Lernende wie Lehrende bedeuten kann (und was nicht). - Und ein Mathematikunterricht im - sagen wir - fünften Schuljahr, und es gehe um die Einführung der geometrischen Flächenberechnung: Sie sehen, wie der Unterrichtende seinen Schülern zeigen möchte, dass das Problem seinen Sitz im Leben hat - und dass dabei gleichwohl kein problembezogenes Nachdenken, kein problemzentriertes Lernen in Gang kommt. Ohne unterrichtsanalytische Kompetenzen werden Sie schwerlich dahinter kommen können, wieso es dazu gerade nicht kam. Kurz - die Situationen, die Anlässe fürs Didaktische Coaching sind vielfältig.

Problemfeld