Didaktisches Coaching
Konzept

Praxisfelder

Methoden

Situationen

Kontexte

Kontakt

 

 


 

Textdokumente

 ... des Unterrichts sind zum Beispiel ausgearbeitete Unterrichtsentwürfe, spontane Notizen zum Unterrrichtsverlauf, systematisch angelegte Unterrichtsprotokolle und wissenschaftliche Transkriptionen von Unterrichtsaufzeichnungen. Es sind allesamt Texte, die zu interpretieren sind, wenn sie der Unterrichtsanalyse dienen sollen: mit bestimmten Absichten des Verstehens verfaßt und für bestimmte Zwecke des Verständnisses beigezogen. Es sind Daten der Beobachtung, der Beschreibung und der Beurteilung, die das unterrichtliche Geschehen nicht abbilden, sondern die es darstellen; intentional und perspektivisch.


Das gilt auch für Transkriptionen: Sie sind nichts anderes als Spuren insbesondere der sprachlichen Handlungen der am Unterricht Beteiligten. Und nicht erst, wer diese Spuren der Unterrichtsgespräche liest - schon, wer sie aufzeichnet, läßt sich auf einen recht komplexen Prozess interpretativer Konstruktion ein. Transkriptionen sind ja Literalisierungen sehr weitgehend mündlicher Unterrichtskommunikation; bestimmten notationalen Konventionen entsprechend, die ihrerseits unter bestimmten Relevanzgesichtspunkten entwickelt worden sind.

Auf Transkriptionen bei der Unterrichtsanalyse Bezug zu nehmen, hat durchaus Züge konstruktiver Interpretation: man studiert Transkripte wie Texte, in denen man Situationen, Handlungen, Ereignisse und Personen auf eine Weise wiederzuerkennen meint, die an die eigene Erfahrung mit, wie es scheint, vergleichbaren Situationen erinnert. Dabei hängt allerdings Vieles vom Wie des Lesens und Verstehens solcher Spuren unterrichtlichen Handelns ab. Und damit haben, gleich ob sie Biologieunterricht oder Literaturunterricht beobachten, Unterrichtsexperten hin und wieder so ihre Probleme. Denn ihre eigene text- und sprachanalytische Kompetenz entspricht nicht immer dem, was man (ein wenig versnobt formuliert) als eine Kernkompetenz didaktischer Beratungsprofis voraussetzen sollte. (Sie können sich leicht Situatonen vorstellen, wo Argumentationen übers Sagen und Meinen, über Ausdruck und Absicht, über die Verständigung und das Selbstverständliche an Grenzen geraten, die mit Alltagstheorien der Interpretation der Sprache und des Gesprächs zusammenhängen: Wie, zum Beispiel, stellt man explizit dar, was implizit mitgemeint ist; und was genau soll das sein, dieses Mitgemeinte?)

Textdokumente welcher  Form auch immer bilden einen wesentlichen Bezugspunkt bei Beratungsgesprächen. Sie dienen der genaueren Darstellung und Deutung dessen, worauf es einem bei einer Rekonstruktion des unterrichtlichen Handelns ankommt.