Didaktisches Coaching
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Ob die wissenschaftliche Lehre

... in den lehrerbildenden Disziplinen der Universität für Studierende ein Modell für die Formen des Unterrichtens an Schulen sei, das mag man bezweifeln. So manches universitäre Seminar entspricht der Form nach bei weitem jenen didaktischen Szenarien, die in den Schulen zum Teil längst unterrichtsmethodischer Standard sind. Dabei regen gerade problemzentrierte oder projektartige Lehr- und Lernformen zum wissenschaftlichen Studium, zur theoretischen Orientierung des didaktischen Handelns auf exemplarische Weise an. Von sogenannten Falldiskussionen ganz zu schweigen; die können besonders nachhaltig zu einer Konfrontation mit den Grenzen alltagweltlicher Wahrnehmungen, Beschreibungen und Erklärungen der Kunst des Unterrichtens anregen.

Wissenschaftsdidaktik allgemein: ein paar bildungswissennschaftliche Hinweise:

Didaktisch-methodische Ansätze der Bildungswissenschaften in der Lehrerbildung:

Situationsansatz •  Fallorientierung •  Problemlösestrategien •  Projektorganisation des Lernens •  biographisch-reflexive Ansätze •  Kontextorientierung •  Phänomenorientierung

 

Die Entwicklung der Kompetenzen wird gefördert durch:

 

•  die Konkretisierung theoretischer Konzepte an verbal beschriebenen Beispielen •  die Demonstration der Konzepte an literarischen oder filmischen Beispielen sowie im Rollenspiel und an Unterrichtssimulationen

•  die Analyse simulierter, filmisch dargebotener oder tatsächlich beobachteter komplexer Schul- und Unterrichtssituationen und deren methodisch geleitete Interpretation

•  den Einsatz von Videostudien

 

Quelle: KMK 2004: Standards für die Lehrerbildung

Über die Kompetenz der Unterrichtenden, über die Qualität des Unterrichts entscheidet nicht zuletzt die wissenschaftliche Qualifikation der Unterrichtenden.

Wer seinen Unterricht, seine Lehre plant, durchführt, überdenkt und verbessert, der sollte über ein Arbeits- und Orientierungswissen verfügen können, das überzeugenden wissenschaftlichen Standards entspricht. Das betrifft sowohl das pädagogische und das allgemein- und fachdidaktische als auch das fach- und grundlagentheoretische Wissen.

Bereiche dieses Wissens sind, zum Beispiel, die Lern-, Unterrichts- und Bildungswissenschaft, die Fachwissenschaft und Fachdidaktik und die Grundlagenwissenschaften. Aber was, was und wie? In welcher Reihenfolge, und mit welchem Gewicht? Fragen, die das Kerncurriculum der (Reform der) Lehrerbildung betreffen; und die kerncurriculare Wissenschaftsdidaktik.

Die Wissenschaftsdidaktik? Klingt ein wenig missverständlich, zugegeben. Ein paar Thesen zur Gestaltung des Kerncurriculums der Lehrerbildung mögen zeigen, was gemeint ist. Ihr Kern: Weder das noch immer übliche fachliche Theoretisieren noch der fachdidaktische Praktizismus werden die wissenschaftliche Lehrerbildung weiterbringen und die Aneignung berufsbefähigender Kompetenzen und Qualifikationen fördern. Worauf es ankommt, das ist eine kerncurricular strukturierte und organisierte wissenschaftliche Lehre, die durchdachten lern- und unterrichts- und seminartheoretischen Erkenntnissen entspricht.

Zum Beispiel jenes Seminar zur Sprachdidagnostik, das die Studierenden des Lehramts auf exemplarische Weise mit der Notwendigkeit der Aneignung jenes deskriptiven, analytischen und diagnostischen Know Hows konfrontiert, über das nun eimal verfügen können sollte, wer grundlegende und fachliche Lernprozesse verstehen, begleiten, beobachten und beurteilen können will. Also jenes wissenschaftsdidaktische Szenario, das situiertes, fallbasiertes, problemzentriertes wissenschaftliches Arbeiten und Lernen erlaubt und fördert.

Und bei dem forschendes Lernen nicht als ein Relikt vergangener Zeiten akademischer Lehrerbildung abgetan wird.